Herzlich willkommen

Rosazea, was ist das?
Der Name Rosazea beschreibt eine Haut-
krankheit, die über
raschend viele Menschen
betrifft. In Deutschland
leiden ca. fünf bis sieben
Prozent aller Erwachse-
nen darunter, aber nur
jeder Zehnte ist in
Behandlung! Mit einer
stadiengerechten Thera-
pie kann diese Erkran
kung bekämpft werden.

Ein angepasster Lebensstil
und eine frühe und regel-
mäßige dermatologische
Begleitung können diese
Hauterkrankung günstig
beeinflussen.
Die Deutsche ROSAZEA
Hilfe e.V. ist die erste
Selbsthilfeorganisation in
Deutschland, die dafür
gezielte Informationen
bieten kann. Wenn Sie
den Behandlungserfolg
unterstützen wollen,
sollten Sie Mitglied in der
Deutschen ROSAZEA
Hilfe e.V. werden oder
sich erst einmal über uns
informieren ... Kontakt

Fotolia  © rob3000

Entstehung und Verbreitung

Es liegen nur wenige größere Studien zur Epidemiologie der Rosazea vor. In einer aktuellen Studie aus Großbritannien wurde eine Inzidenz von 1,65/1.000 Personenjahren [Definition der Inzidenz = X neue Fälle/ 100.000 Einwohner/Jahr, d.h. 165/100.000 Einwohner/Jahr] festgestellt, mit jährlich 4-5.000 neu diagnostizierten Fällen [1]. Die Prävalenz der Rosazea wurde in verschiedenen Studien untersucht, allerdings bestehen zwischen den Ergebnissen erhebliche Diskrepanzen. So ermittelte eine deutsche Studie in einer Kohorte mit 90.880 Personen eine Pävalenz der Rosazea von 2,3% [2], eine in Schweden durchgeführte Studie, in der 809 Arbeiter untersucht worden, hingegen eine Prävalenz von 10% [3]. In einerestnischen Studie wurde bei 348 Angestellten eine Prävalenz von sogar 22% festgestellt,allerdings war die untersuchte Zielgruppe 30 Jahre oder älter, was die Prävalenzautomatisch erhöht, da die Erkrankung gewöhnlich erst im höheren Lebensalter auftritt [4].Tatsächlich erfolgt in 80% der Fälle die Diagnose einer Rosazea im Alter von 30 Jahren oder später [1]. Interessanterweise zeigen sich bezüglich der betroffenen Altersgruppen und des betroffenen Geschlechts Unterschiede: Frauen erkranken ab dem Alter von ca. 35Lebensjahren und haben die höchste Prävalenz im Alter von 61-65 Jahren, bei Männernhingegen erhöht sich das Vorkommen der Erkrankung erst ab dem 50. Lebensjahr deutlich und zeigt die höchste Prävalenz im Alter von 76-80 Jahren [5]. In seltenen Fällen können auch Kinder betroffen sein [6]. Einige Studien zeigen insgesamt eine erhöhte Rate an weiblichen Betroffenen [1,3]. Allerdings belegen andere Studien eine gleichmäßige Geschlechtsverteilung und sogar eine leichte Verschiebung der Prävalenz in Richtung der männlichen Bevölkerung [2,4,5]. Der keltische, hellhäutige Typ (Fitzpatrick I-II) ist im Vergleich zu dem südländisch dunkelhäutigen Typ häufiger betroffen, allerdings kann die Erkrankung auch bei Patienten mit Hauttyp IV-V auftreten [7,8].
Eine Augenbeteiligung wurde in etwa 20% (3-58% je nach Studie) der von Rosazea betroffenen Patienten beobachtet [1,9], wobei in 20% der Fälle die Augenbeteiligung vor der Hautbeteiligung aufgetreten war.
Kinder, die bereits an Rosazea erkranken, leiden deutlich häufiger, gelegentlich auchausschließlich unter einer Rosacea der Augen. [6,10] Klinische Unterformen der Rosazeawie der Morbus Morbihan und die Rosacea fulminans sind selten. Der Morbus Morbihanbetrifft häufiger das männliche Geschlecht, wohingegen bei Rosacea fulminansausschließlich junge Frauen betroffen sind. Rauchen scheint sich zumindest nicht negativauf die Krankheitsentstehung auszuwirken [1].

Literatur

1. Spoendlin J, Voegel JJ, Jick SS, Meier CR. A study on the epidemiology of rosacea inthe UK. Br J Dermatol. 2012; 167: 598-605.
2. Augustin M, Herberger K, Hintzen S, et al. Prevalence of skin lesions and need fortreatment in a cohort of 90 880 workers. Br J Dermatol. 2011; 165: 865-73.
3. Berg M, Liden S. An epidemiological study of rosacea. Acta Derm Venereol. 1989;69: 419-23.
4. Abram K, Silm H, Oona M. Prevalence of rosacea in an Estonian working populationusing a standard classification. Acta Derm Venereol. 2010; 90: 269-73.
5. Kyriakis KP, Palamaras I, Terzoudi S, et al. Epidemiologic aspects of rosacea. J AmAcad Dermatol. 2005; 53: 918-9.
6. Chamaillard M, Mortemousque B, Boralevi F, et al. Cutaneous and ocular signs ofchildhood rosacea. Arch Dermatol. 2008; 144: 167-71.
7. Khaled A, Hammami H, Zeglaoui F, et al. Rosacea: 244 Tunisian cases. Tunis Med.2010; 88: 597-601.
8. Alexis AF. Rosacea in patients with skin of color: uncommon but not rare. Cutis. 2010;86: 60-2.
9. Akpek EK, Merchant A, Pinar V, Foster CS. Ocular rosacea: patient characteristicsand follow-up. Ophthalmology. 1997; 104: 1863-7.
10. Nazir SA, Murphy S, Siatkowski RM, et al. Ocular rosacea in childhood. Am JOphthalmol. 2004; 137: 138-44.

Quelle: Auszug aus der AWMF Rosazea LeitlinieVerfasser: (Tietze, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians Universität München)

Zurück