Herzlich willkommen

Rosazea, was ist das?
Der Name Rosazea beschreibt eine Haut-
krankheit, die über
raschend viele Menschen
betrifft. In Deutschland
leiden ca. fünf bis sieben
Prozent aller Erwachse-
nen darunter, aber nur
jeder Zehnte ist in
Behandlung! Mit einer
stadiengerechten Thera-
pie kann diese Erkran
kung bekämpft werden.

Ein angepasster Lebensstil
und eine frühe und regel-
mäßige dermatologische
Begleitung können diese
Hauterkrankung günstig
beeinflussen.
Die Deutsche ROSAZEA
Hilfe e.V. ist die erste
Selbsthilfeorganisation in
Deutschland, die dafür
gezielte Informationen
bieten kann. Wenn Sie
den Behandlungserfolg
unterstützen wollen,
sollten Sie Mitglied in der
Deutschen ROSAZEA
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Tetrazykline

28.02.2017 15:13

Fotolia  Grycaj

Erste Generation

Seit Jahrzehnten werden Tetrazykline in der Behandlung von Rosazea eingesetzt. So bewirkte eine zweimal tägliche Gabe von 250 mg über vier Wochen bei 78 % der Patienten eine deutliche Besserung des Hautbefundes bei papulopustulöser Rosazea. Eine Stabilisierung des Krankheitsbildes konnte mit einer täglichen Gabe oder einer Einnahme von 250 mg Tetrazyklin (sensu stricto - im strikten Sinne. AnmdRed) an jedem zweiten Tag erreicht werden. Allerdings besteht eine hohe Rezidivrate nach Absetzen der Therapie [75]. Die antibiotische Therapie ist sehr effektiv gegen die Papeln und Pusteln als Ausdruck der Entzündung, hat allerdings nur einen geringen Effekt auf Erythem und Teleangiektasien. Tetrazyklin kann in der Dosierung von 250-1000 mg pro Tag eingesetzt werden [76].
Die Wirkung der Tetrazykline beruht nach heutigem Verständnis auf nicht-antibiotischen Wirkmechanismen. Die Substanzen dieser Arzneistoffgruppe haben durch die Inhibition der Angiogenese, der Chemotaxis der Neutrophilen, von proinflammatorischen Zytokinen und Metalloproteinasen nicht nur auf die Rosazea, sondern auch auf Autoimmunerkrankungen und andere Krankheiten eine positive Wirkung [77]. In Bezug auf neue Erkenntnis zur Pathophysiologie der Rosazea konnte als molekularer Wirkungsmechanismus gezeigt werden, dass Doxycyclin die proteolytische Aktivierung für die Entstehung der Rosazea wichtiger, Kallikrein verwandter, Peptidasen und die Aktivierung von Cathelicidin hemmen kann und dadurch möglicherweise seine anti-entzündlichen Effekte vermittelt [78] (s. Kap. 3)

Zweite Generation

Die zweite Generation der Tetrazykline (Minozyklin, Doxycyclin) ist ähnlich effektiv in der Therapie der Rosazea. Diese Medikamente bieten im Vergleich zum Tetrazyklin der ersten Generation den Vorteil der besseren Bioverfügbarkeit sowie der längeren Halbwertszeit.
Weiterhin bieten diese Tetrazykline die Möglichkeit, zu Mahlzeiten eingenommen zu werden, was die gastrointestinalen Nebenwirkungen verringert [79]. Doxycyclin und Minozyklin werden in der Therapie der Rosazea, außerhalb des zugelassenen Anwendungsgebiets, in einer höheren Dosierung von 100-200 mg pro Tag angewandt [76].

75. Sneddon IB. A clinical trial of tetracycline in rosacea. Br J Dermatol. 1966; 78: 649-52.
76. Baldwin HE. Systemic therapy for rosacea. Skin Therapy Lett. 2007; 12: 1-5, 9.
77. Sapadin AN, Fleischmajer R. Tetracyclines: nonantibiotic properties and their clinical implications. J Am Acad Dermatol. 2006; 54: 258-65.
78. Kanada KN, Nakatsuji T, Gallo RL. Doxycycline indirectly inhibits proteolytic activation of tryptic kallikrein-related peptidases and activation of cathelicidin. J Invest Dermatol. 2012; 132: 1435-42.


Quelle: Auszug aus der 013/065 Leitlinie Rosazea. Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft

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