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Rosazea, was ist das?
Der Name Rosazea beschreibt eine Haut-
krankheit, die über
raschend viele Menschen
betrifft. In Deutschland
leiden ca. fünf bis sieben
Prozent aller Erwachse-
nen darunter, aber nur
jeder Zehnte ist in
Behandlung! Mit einer
stadiengerechten Thera-
pie kann diese Erkran
kung bekämpft werden.

Ein angepasster Lebensstil
und eine frühe und regel-
mäßige dermatologische
Begleitung können diese
Hauterkrankung günstig
beeinflussen.
Die Deutsche ROSAZEA
Hilfe e.V. ist die erste
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Die CLEAR-ANALYSE

11.03.2018 18:01

Fotolia  Gorodenkoff

Die papulopustulöse Rosazea ist eine für die Patienten sehr belastende Dermatose mit weitreichenden psychosozialen Auswirkungen.[1] Daher sollte die komplette Erscheinungsfreiheit („clear“) das Therapieziel sein. Denn Betroffene profitieren von diesem Behandlungsziel langfristig durch eine verbesserte Lebensqualität und einen höheren Rezidivschutz (Rezidiv=Wiederauftreten. Red). Zu diesem Ergebnis gelangt die Arbeit von Webster et al. „Defining treatment success in rosacea as ‘clear’ may provide multiple patient benefits: results of a pooled analysis“, veröffentlicht 2017 im Journal of Dermatological Treatment.[2] In dieser Publikation wurde erstmals die Bedeutung der Erscheinungsfreiheit für Rosazea-Patienten evaluiert und beurteilt, ob es hinsichtlich der Lebensqualität und Zeit bis zum Rezidiv Unterschiede zwischen erscheinungsfreien und fast erscheinungsfreien Patienten gibt.

Studiendesign

Die gepoolte retrospektive Analyse basiert auf vier Studien mit insgesamt 1.366 Patienten. [2-5] In diesen klinischen Studien wurde der Schweregrad der Rosazea anhand des IGA („Investigator Global Assessment“)-Scores vor und nach der Behandlung mit Ivermectin 10 mg/g Creme, Metronidazol-Creme oder Vehikel erhoben. Die erscheinungsfreie Zeit wurde anhand der ATTRACT-Studiendaten bestimmt.[3-4] Es wurden zwei Patientengruppen verglichen: Die erste Gruppe war nach der 16-wöchigen Initialtherapie mit Metronidazol oder Ivermectin-Creme erscheinungsfrei(„clear“; IGA 0). Die zweite Gruppe wies unter identischer Vorbehandlung noch einzelne Symptome auf („almost clear“; IGA 1). Für die Untersuchung zur Verbesserung der Lebensqualität wurden zusätzlich die Daten einer nicht publizierten Ivermectin Dosisfindungsstudie sowie der Ivermectin-Zulassungsstudie ausgewertet.[5] Als Parameter für den subjektiv empfundenen Gesundheitszustand wurden der Dermatologische Lebensqualitäts-Index (DLQI) und die patientenbezogene Beurteilung der Rosazea-Verbesserung auf einer 4-Punkte-Skala (von 1 = keine Verbesserung bis 4 = exzellente Verbesserung) untersucht.

Erscheinungsfreie Patienten: Deutlich bessere Lebensqualität…

Zwischen Baseline und dem Ende der Behandlungsperiode war die mittlere prozentuale Reduktion der Anzahl inflammatorischer Läsionen in der IGA-0-Gruppe um 14% höher als in der IGA-1-Gruppe (98,5% vs. 84,5%; p<0,001). Nach Beendigung der Behandlung waren signifikant mehr Patienten erscheinungsfrei als fast erscheinungsfrei (98,5% vs. 84,5%; p<0,001). Signifikant mehr Studienteilnehmer ohne Läsionen (erscheinungsfrei; „clear“) gaben einen minimalen klinisch relevanten Unterschied (MCID; ≥4 Punkte)des DLQI vom Ausgangswert bis zur letzten Untersuchung an, als dies bei fast erscheinungsfreien Patienten der Fall war (58,7% vs. 44,3%; p<0,001) (Abb. 1). Insgesamt berichteten 84,2% der „clear“- gegenüber 66,0% der „almost clear“- Patienten keinerlei Beeinträchtigungen der Lebensqualität (DLQI0-1) (p<0,001) am Ende der Behandlung. In Übereinstimmung mit diesem Ergebnis bezeichneten fast doppelt so viele erscheinungsfreie Studienteilnehmer die Verbesserung ihrer Erkrankung als „exzellent“ (76,8% vs. 41,8%; p<0,001) (Abb. 2). In allen sechs Bereichen, die über den DLQI-Fragenbogen abgedeckt wurden, erzielten die Patienten der CLEAR-Gruppe signifikant bessere Ergebnisse, u.a. hinsichtlich des Freizeitverhaltens (durchschnittliche Verbesserung um 1,19 IGA 0 vs. 0,68 IGA 1; p<0,001) und persönlicher Beziehungen (durchschnittlicheVerbesserung um 0,89 IGA 0 vs. 0,45 IGA 1, p<0,001).

… und mehr als fünf Monate ohne Rezidiv

Dieser beeindruckende Unterschied spiegelt sich auch in der signifikant längeren mittleren Zeit bis zu einem Rezidiv bei erscheinungsfreien Patienten wider. Wird ein IGA-Score von 0 erreicht, treten Rezidive seltener und später auf als bei einem IGA 1: Die durchschnittliche Dauer bis zum erneuten Auftreten von Papeln und Pusteln war bei erscheinungsfreien Patienten im Mittel signifikant um fünf Monate länger als bei nahezu erscheinungsfreien Patienten (252 Tage (acht Monate vs. 85 Tage (drei Monate)) bei fast erscheinungsfreien Patienten; p<0,0001). Somit war die mittlere Anzahl an therapiefreien Tagen für Patienten der „clear“-Gruppe um mindestens 167 Tage (> fünf Monate) länger, als für Patienten mit IGA 1. Am Ende des achtmonatigen Follow ups nach initialer Therapiephase waren mehr als doppelt so viele „clear“-Patienten frei von Symptomen (54% vs. 23%; p<0,0001).

Erscheinungsfreiheit unter Ivermectin

Eine der vier untersuchten Studien (ATTRACT-Studie [3]) der gepoolten Analyse zeigte die Überlegenheit einer topischen Behandlung über 16 Wochen mit Ivermectin 10 mg/g Creme einmal täglich versus der bisherigen Standardtherapie Metronidazol 0,75% zweimal täglich bei Patienten mit moderater bis schwerer Rosazea papulopustulosa. Bei 34,9% der mit Ivermectin behandelten Patienten im Vergleich zu 21,7% der mit Metronidazol behandelten Patienten heilte die Haut vollständig ab. Damit erzielten unter Ivermectin 60% mehr Patienten einen IGA von 0 (Abb. 3).[3] Auch die mittlere durchschnittliche Zeit bis zu einem neuem Schub war unter Ivermectin signifikantlänger, als bei Patienten die mit Metronidazol behandelt wurden (115 Tage vs. 85 Tage).

1. Dirschka T et al. Dermatol Ther (Heidelb) 2015; 5:117-127

2. Webster G et al. J Dermatolog Treat 2017; 28:469-474

3. Taieb A et al. Br J Dermatol. 2015 Apr; 172(4):103-10

4. Taieb A et al. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2016; 30:829-836

5. Stein Gold L et al. J Drugs Dermatol. 2014 Mar; 13(3):316-23

Fazit

Patienten, die das Therapieziel erscheinungsfrei („clear“, IGA 0) erreichten, wiesen insgesamt eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität und eine im Durchschnitt 5 Monate längere rezidivfreie Zeit als Patienten auf, die in den Studien nur bis fast erscheinungsfrei (IGA 1) behandelt worden waren.

Mehr als zweimal so viele erscheinungsfreie („clear“) Patienten als fast erscheinungsfreie („almost clear“) Patienten waren acht Monate nach initialer Behandlung frei von Symptomen.

Beinahe doppelt so viele erscheinungsfreie Patienten als fast erscheinungsfreie Patienten berichteten am Ende der Behandlungsperiode über eine sehr gute Verbesserung der Rosazea sowie eine klinisch bedeutsame Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Nach 16-wöchiger Behandlung mit Ivermectin waren 60% Patienten mehr „clear“ als unter der Vergleichstherapie mit Metronidazol. [3]

Quelle: Galderma Laboratorium GmbH

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